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Beschluss Nr. 226 vom 08.02.2010
Leitlinien für die Familienanvertrauung von Erwachsenen - Widerruf der Beschlüsse Nr. 365 vom 31.01.1994 und Nr. 2924 vom 11.08.2000

Anlage

FAMILIENANVERTRAUUNG VON ERWACHSENEN

 

LEITLINIEN

Das vorliegende Dokument setzt sich die Vereinheitlichung der Leistungen bezüglich der Familienanvertrauungen von Erwachsenen zum Ziel und soll für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialdienste ein Instrument zur Erleichterung und Förderung der Anwendung dieser sozial-pädagogischen Maßnahme darstellen.

 

I. ZWECK

1. Die Familienanvertrauung von Erwachsenen soll den Betroffenen eine Begleitung und Unterstützung in einem familiären Umfeld gewähren, sowie ihre persönliche Pflege im Alltagsleben. Die von den territorialen Sozial- und Gesundheitsdiensten begleitete Gastfamilie stellt eine Alternative zur Aufnahme in eine soziale Einrichtung dar.

 

II. ZIELGRUPPE

1. Die Leistung Familienanvertrauungvon Erwachsenen richtet sich an Menschen mit Beeinträchtigungen, Menschen mit psychischen Erkrankungen sowie andere Personen in schweren sozialen Notsituationen ab dem 18. Lebensjahr, welche nicht in der Lage sind, vollkommen selbständig zu leben oder für welche ein Verbleib in der Ursprungsfamilie nicht möglich ist.

 

III. DIE GASTFAMILIE

1. Als Gastfamilie gelten sowohl verheiratete oder unverheiratete Paare mit oder ohne Kinder sowie Einzelpersonen.

2. In der Regel ist oder sind die Mitglieder der Gastfamilie nicht mit der anvertrauten Person verwandt.

Die Anvertrauung kann an Verwandte außerhalb des dritten Grades, erfolgen, wenn die Sozialdienste dies für angemessen halten.

Die Anvertrauung an Verwandte innerhalb des 3. Gradesdarf nur in Ausnahmefällen und sozialpädagogisch begründet vorgenommen werden und weiters dann, wenn die Fortsetzung eines vor der Volljährigkeit der Person begonnenen Anvertrauungsprojektes für zweckmäßig gehalten wird.

Einer Gastfamilie dürfen zeitgleich nicht mehr als drei Personen anvertraut werden.

3. Unabhängig vom Einkommen oder Lebensstandard sind die wesentlichen Voraussetzungen:

-Angemessener Raum im eigenen Leben und im eigenen Wohnraum, um eine andere Person aufnehmen zu können;

-Bereitschaft, einen Menschen in seinem Lebensweg zu unterstützen und zu begleiten, als Hilfe zur Erhaltung und Entwicklung seiner Fähigkeiten;

-Bewusstsein der Verantwortung und der eigenen Rolle in Bezug auf die anvertraute Person und ihre Herkunftsfamilie;

-Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit den Diensten und Institutionen, die am jeweiligen individuellen Projekt beteiligt sind.

 

IV. VERFAHREN

1. Die Sozialdienste führen eine Bewertung der Fähigkeiten, sowie des Pflege- und des Betreuungsbedarfs der anzuvertrauenden Person durch,in Zusammenarbeit mit anderen begleitenden Einrichtungen und Diensten. Sie wählen die Gastfamilie aus.

2. Vor einer Anvertrauung ist von den zuständigen Gesundheitsdiensten ein Gutachten einzuholen (Rehabilitationsdienst, Psychologischer Dienst, Zentrum für Psychische Gesundheit, Dienst für Abhängigkeitserkrankungen).

3. Sind alle Voraussetzungen für die Anvertrauung gegeben und stimmt die anzuvertrauende Person bzw. der Vormund/gesetzliche Vertreter/in der Maßnahme zu, verfasst der Sozialdienst den Pflegeanvertrauungsvertrag. Er muss folgendes enthalten:

-anagraphische Daten

-Begründung der Maßnahme und Ziele

-Art und Dauer der Anvertrauung;

-Aufgaben der Gastfamilie, der anvertrauten Person und der Sozial- und Gesundheitsdienste;

- die Modalitäten der Zusammenarbeit zwischen anvertrauter Person, Gastfamilie, Herkunftsfamilie sowie der Sozial- und Gesundheitsdienste;

-Informationen zur Vergütung, welche der Gastfamilie ausbezahlt werden muss sowie zur Kostenbeteiligung durch die anvertraute Person und ihre Angehörigen.

4. Den Sozialdiensten steht auch die Koordination und die Überwachung der vereinbarten Maßnahmen zu. Sie haben die Aufgabe, die Gastfamilien zu informieren, auszubilden und zu unterstützen.

5. Die Familienanvertrauung endet, wenn die Bedingungen, welche zur Anvertrauung geführt haben, nicht mehr bestehen oder wenn die im Vertrag festgelegten Aufgaben nicht respektiert werden.

6. Im Falle eines Wechsels zu einer anderen Betreuungsform (z.B. ambulanter oder stationärer Art) muss der anvertrauten Person die nötige Beratung und Begleitung gewährt werden.

 

V. FORMEN DER FAMILIENANVERTRAUUNG

1. Die Anvertrauung kann nachstehende Formen annehmen und als stationärer oder teilstationärer Dienst erfolgen:

Stationäre Betreuung:

Vollzeit-Anvertrauung (7 Tage in der Woche)

Anvertrauung an den Wochenenden

für einige Tage während der Woche (< 5 Tage)

 

Teilstationäre Betreuung:

Tagesvollzeit-Anvertrauung (>=6 Stunden

Tagesteilzeit-Anvertrauung (< 6 Stunden)

Tagesvollzeit-Anvertrauung (>=6 Stunden) an den Wochenenden oder an einigen Tagen während der Woche (< 4 Tage)

Tagesteilzeit-Anvertrauung (< 6 Stunden) an den Wochenenden oder an einigen Tagen während der Woche (< 4 Tage)

 

VI. VERGÜTUNGEN AN DIE FAMILIEN UND KOSTEN DER LEISTUNG

 

Form der Anvertrauung

Vergütung (maximal)

1. Vollzeit-Anvertrauung*

150% des Grundbetrages

2. Vollzeit-Tagesanvertrauung (>=6 Stunden)

120% des Grundbetrages

3. Teilzeit-Tagesanvertrauung (< 6 Stunden)

80% des Grundbetrages

4. Vollzeit-Anvertrauungen während des Wochenendes oder für einge Tage in der Woche (< 5 Tage)

50% des Grundbetrages

5. Vollzeit-Tagesanvertrauung (>=6 Stunden) während des Wochen-endes oder für einige Tage in der Woche (< 4 Tage)

40% des Grundbetrages

6. Teilzeit-Tagesanvertrauung (< 6 Stunden) während des Wochenendes oder für einge Tage in  der Woche (< 4 Tage)

27% des Grundbetrages

* bei Anvertrauung an Verwandte innerhalb des 3. Grades muss die Vergütung um 30% reduziert werden

3. Die Vergütung kann um 40% erhöht werden, wenn die Person kein Anrecht auf das Pflegegeld oder das Begleitungsgeld hat, sofern es sich um besonders komplexe Situationen handelt, wie zum Beispiel:

- besondere Bedürfnisse (Therapien, gesundheitliche Probleme, Krisensituationen, geringes Anpassungsvermögen usw.);

- häufige Kontakte mit den Gesundheitsdiensten.

 

Die Vergütungen werden jährlich mit der Neufestlegung des Grundbetrages gemäß Artikel 14 des DLH Nr. 30/2000 angeglichen.

 

VII. MITBETEILIGUNG UND PFLEGEGELD

Da die Familienanvertrauung eine Alternative zur Unterbringung in einer Wohneinrichtung und/oder Tagesbetreuungseinrichtung darstellt, unterliegt sie der Kostenbeteiligung durch die Nutzer/innen und Familienangehörigen in folgendem Ausmaß:

a) der Anteil an Mitbeteiligung, welcher im Verhältnis zur finanziellen Situation entrichtet werden muss, wird proportional berechnet unter Berücksichtigung der vereinbarten Form der Anvertrauung;

b) der Anteil an Mitbeteiligung, welcher im Verhältnis zur Einstufung für die Pflegesicherung oder zum Erhalt des Begleitungsgeldes entrichtet werden muss, wird dem/der Klienten/in in Rechnung gestellt und wird als Ergänzung zur Vergütung zugunsten der Gastfamilie ausbezahlt.

Die Höhe der angeführten Beträge ist den jeweils geltenden Normen zu entnehmen.

 

VIII. ÜBERGANGSBESTIMMUNGEN

Die Familienanvertrauungen von Personen, die schon mit einem Projekt im Rahmen des ”Programms zur Betreuung Minderjähriger” begonnen und das 18. Lebensjahr vollendet haben, setzen das oben genannte Programm in den dort vorgesehenen Fällen bis zum 25. Lebensjahr fort.

Der Übergang der Anvertrauung im Rahmen der Minderjährigenbetreuung zur Anvertrauung, die für erwachsene Personen vorgesehen ist, muss mit einer neuen Reglementierung vereinbart werden. In der Phase, in der das Individuelle Projekt übergeht, muss eine kontinuierliche Begleitung in Zusammenarbeit mit dem Netz der Dienste erfolgen.
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